Als Mia vor 4,5 Jahren bei mir eingezogen ist, wusste ich, dass ein Hund nicht nur Zeit, sondern auch Geld kostet. Doch wie viel eigentlich genau? Ich habe beschlossen, von Anfang an Buch zu führen, um den Überblick zu behalten – von der Anschaffung über Futter bis hin zu Tierarztkosten und Ausrüstung.
Mia ist an sich ein unkomplizierter, mittelgroßer Hund, der gerne frisst, aber wie bei jedem Vierbeiner kommen auch bei ihr regelmäßig Kosten auf mich zu. Sie wird hauptsächlich mit 300g hochwertigem Trockenfutter gefüttert, das ich mit Ergänzungsmitteln für Fell, Gelenke und Blase aufwerte. Zusätzlich bekommt sie gelegentlich frisch gekochte Reste, die ich beim Kochen beiseite packe. Aufgrund ihrer chronischen Erkrankung Leishmaniose, nimmt Mia alle 12 Stunden Allopurinol, das mit etwa 25 Euro für 100 Tage recht erschwinglich ist. Eine Krankenversicherung hatte ich anfangs abgeschlossen, aber schnell gemerkt, dass sich diese bei Mias Krankheitsbild nicht lohnt. Sollte sie jemals operiert werden müssen, würde das teuer werden, aber aktuell komme ich mit den Kosten gut zurecht.
Was die Ausrüstung angeht, habe ich über die Jahre festgestellt, dass Mia nicht viel braucht – ein neues Halsband und Leine pro Jahr reichen aus. Spielzeug kommt und geht; oft interessiert sie sich mehr für die Sachen anderer Hunde. Ein Wintermantel gehört bei uns allerdings zur Standardausrüstung, da Mia für den nasskalten Herbst ein sehr dünnes Fell hat und ihr Immunsystem da nicht gegen an kommt. Mir geht es nicht um ein modisches Accessoire, sondern um Funktionalität.
Natürlich gibt es auch Hundehalter, die ihre Vierbeiner in Watte packen, aber ich halte es pragmatisch. Das heißt nicht, dass Mia zu kurz kommt – sie hat alles, was sie braucht, aber eben nichts Überflüssiges. Die Frage „Wie viel kostet ein Hund?“ ist daher für mich nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine Frage der Haltung. Die Grenzen nach oben sind definitiv offen, aber für mich ist das Wichtigste, dass Mia glücklich und gesund ist. Daher ist die Auflistung der Kosten recht subjektiv, aber vielleicht hilft es dem ein oder anderen ja.
Zurück zur Einstiegsfrage: Monatlich belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für Mia auf rund 150 Euro.

Die Anschaffung: Straßenhund, Tierheim oder Hund vom Züchter?
Die Kosten für die Anschaffung eines Hundes können stark variieren, abhängig davon, ob ihr euch für einen Straßenhund, einen Hund aus dem Tierheim oder einen Welpen vom Züchter entscheiden.
- Straßenhund oder Tierheimhund: Die Schutzgebühr liegt häufig zwischen 200 und 500 Euro. Dabei sind die Hunde meistens schon geimpft, gechippt und kastriert. Mia kommt aus Griechenland und der “Import” hat mich 400 Euro gekostet.
- Hund vom Züchter: Ein Rassehund vom seriösen Züchter kostet zwischen 1.000 und 2.500 Euro, je nach Rasse, Stammbaum und Nachfrage.
Bitte schaut als erstes im Tierheim in eurer Stadt nach einem Hund. Da gibt es so tolle Hunde, die keiner will, dabei haben sie alle ein echtes Zuhause verdient! Diese Hunde sind so lieb und dankbar, wenn man ihnen allein Aufmerksamkeit schenkt.
Erstausstattung: Leinen, Körbchen, Näpfe und Co.
Die Grundausstattung für einen Hund ist im Grunde ein Posten von einmaligen Kosten oder man kauft mal eine neue Leine alle ein bis zwei Jahre. Hier eine Liste der wichtigsten Dinge mit ungefähren Kosten:
- Halsband: 30€
- Leuchti: 15€
- Geschirr: 50€
- Leine: 20–50 €
- Hundebett oder Decke: 30–100 €
- Fress- und Wassernäpfe: 10–30 €
- Transportbox (z. B. für das Auto): 50–150 €
- Bürste und Pflegemittel: 15–30 €
- Spielzeug: 5–20 € pro Stück (Achtung: Hunde lieben es, Spielzeug zu zerstören!) Das sind eher laufende als einmalige Kosten.
- Hundemarke: 10€
- Anschnallgurt im Auto: 22€
Mia kostet mich im monatlichen Durchschnitt knapp 40€ an Ausrüstung.
Futter: Barfen, Nassfutter oder Trockenfutter?
Die Ernährung eines Hundes ist ein stark variabler Kostenfaktor. Die Wahl zwischen Barfen, Trockenfutter oder Nassfutter hängt vom Hund, euren Vorlieben und vor allem dem Budget ab. Bitte lest euch auch unbedingt die Inhaltsstoffe durch, achtet auf hochwertiges Fleisch und lasst die Finger von stark gezuckertem Supermarktfutter. Testet auf Unverträglichkeiten. Mia hat relativ viele Allergien, weswegen ich das Futter bspw. immer einmal einfriere, um Hausstaubmilben zu eliminieren. Wenn ich als digitale Nomadin mit Mia im Wohnmobil unterwegs bin, nehme ich ihr normales Futter für den gesamten Urlaub mit. Auch im Gepäck ist immer eine Dose mit gastrointestinalem Nassfutter bei akuten Magenproblemen. Lest für weitere Ausrüstung auch gerne meinen Blogbeitrag: “Urlaub mit Hund”.
Hier eine Kostenaufstellung zum Futter bei einem 20kg-Hund:
- Trockenfutter: Gute Qualität kostet etwa 30–50 € im Monat.
- Nassfutter: Mit 60–100 € im Monat teurer (und schwerer zu tragen, weil höherer Verbrauch), dafür oft besser verdaulich.
- Barfen (Rohfleischfütterung): Je nach Anbieter und Zusätzen etwa 70–100 € monatlich.
- Selbstgekochtes: Für Hunde mit speziellen Bedürfnissen eine gute Alternative. Die Kosten liegen bei 40–70 €, je nach Zutaten. Ich koche oft einen zweiten Topf mit “Abfällen” nebenher und teile den dann auf 4-5 Tage auf.
- Ergänzungsmittel: Ich schaue, wie Mias Fell, Krallen, Zähne aussehen und gebe demnach Zusätze wie Grünlippmuschel, MSM, Teufelskralle, Algen und Kräuter für ihr Immunsystem und etwas für ihre Gelenke. 10–20 € im Monat.
- Kauknochen und Leckerlis: ca. 10 € monatlich. Achtet bei den Kauknochen darauf, dass die Hunde auch wirklich etwas zu kauen haben. Je günstiger, desto schlechter auch leider oft die Qualität oder Inhaltsstoffe.
Mia kostet 30€ im Monat nur Futter.
Hundeschule: Einzelunterricht oder Gruppenunterricht?
Ich habe Mia unzählige Tricks selbst beigebracht. Ich war in zwei Hundeschulen mit ihr – als Einzel- und als Gruppenunterricht. Eine Stunde hat mich ca. 35 Euro pro Mal gekostet.
Beim Tierarzt: Routine und unerwartete Kosten
Der mit Pech größte Kostenfaktor und am schwierigsten kalkulierbar. Tierarztkosten lassen sich kaum planen. Während Routinekosten überschaubar sind, können (chronische) Krankheiten oder Unfälle teuer werden.
- Grundleistungen beim Tierarzt: Impfungen (Tollwut, Leptospirose), Wurmkur und Floh- und Zeckenschutz kosten rund 100–200 € jährlich. Ich gebe Mia von Juni-September Nexgard (40€), das ist ein Zeckenbooster, der einen Monat hält.
- Krankheiten: Chronische Krankheiten wie Mias Allopurinol-Therapie (25 € für 100 Tage) sind oft überschaubar, aber Operationen können schnell mehrere tausend Euro kosten.
- Blutbild: Macht vor allem bei frisch adoptierten Straßenhunden unbedingt ein großes Blutbild und lass auf Mittelmeerkrankheiten testen. Allein das kostet bereits 185€.
Die Kosten bei Mia liegen im Durchschnitt bei 75€ pro Monat. In den vier Jahren war sie bereits 2x in der Klinik (die den vierfachen Satz berechnen) und auch die “Guten Tag – 25€”- Untersuchungen summieren sich irgendwann.
Versicherungen, Steuer und Co.
- Hundesteuer: Zwischen 30 und 200 € im Jahr, je nach Wohnort.
- Haftpflichtversicherung: In vielen Bundesländern Pflicht, Kosten 50–100 € jährlich. Mias Hundehaftpflicht kostet 60€ im Jahr.
- Hundekrankenversicherung: Deckt Routinebehandlungen und Operationen, Kosten 20–60 € monatlich.
- Hunde-OP-Versicherung: Deutlich günstiger, etwa 10–30 € im Monat.
Hundekrankenversicherung oder Hunde-OP-Versicherung – was lohnt sich?
Für Hunde ohne Vorerkrankungen kann eine Hundekrankenversicherung sinnvoll sein. Da sich bei Mias chronischem Krankheitsbild die Versicherung nicht gelohnt hat, verzichte ich darauf. Aber das liegt im eigenen Ermessen. Ich kann im Nachhinein nicht nachvollziehen, ob ich mit Versicherung unter den o.g. 75€ gelegen hätte oder nicht.
Welche Kriterien sind entscheidend bei der Auswahl eines Hundes?
Wie viel Zeit braucht ein Hund täglich?
Welche Hunderasse passt am besten zu mir?
Kann ich mir einen Hund leisten? Was kostet ein Hund?
Habt ihr weitere Fragen oder möchtet eure eigenen Erfahrungen teilen? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar! 🐾










