Schweben, Entspannen und Stärken – was mich daran so begeistert
In den letzten Jahren hat Aerial Yoga, auch bekannt als Anti-Gravity Yoga oder Air Yoga, immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Diese faszinierende Yoga-Form kombiniert traditionelle Asanas (Yoga-Posen) mit akrobatischen Elementen und nutzt dabei ein schwebendes Tuch, das von der Decke hängt. Doch was macht Aerial Yoga so besonders? Und warum schwören so viele auf die Vorteile dieses luftigen Trainings?
In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die Ursprünge von Aerial Yoga, seine Vorteile für Körper und Geist sowie darauf, was Einsteiger wissen sollten, bevor sie das erste Mal in das Tuch steigen.

Was ist Aerial Yoga?
Aerial Yoga ist eine Form des Yoga, bei der ein hängendes Tuch in ca. 3,50m bis 4m Raumhöhe oder eine Hängematte, das sogenannte „Aerial-Silk“, als Hilfsmittel genutzt wird. Mit diesem Tuch können Yogis in die Luft abheben und die Schwerkraft zu ihrem Vorteil nutzen. Die Hängematte dient als Unterstützung, um schwerelose Bewegungen auszuführen. Gleichzeitig ermöglicht sie eine tiefere Dehnung und eine bessere Körperwahrnehmung.
In einer typischen Aerial-Yoga-Klasse wird das Tuch sowohl zur Unterstützung als auch zur Herausforderung verwendet: Es hilft, Balance zu finden, ermöglicht tiefere Dehnungen und vor allem hat man die Möglichkeit, Umkehrhaltungen wie den Handstand oder Kopfstand sicherer auszuführen. Dabei dehnt sich die Wirbelsäule und man kann sich mal richtig aushängen.
Aerial Yoga Unterricht in Lübeck
Ich biete in Lübeck privaten Aerial Yoga-Unterricht an – ideal für Einsteiger, die in einer 60-minütigen Session ihre Mobilität verbessern und einfache Übungen im Tuch erlernen möchten. Trotz der Umkehrhaltungen wirst du dich danach geerdet und entspannt fühlen.
Da es in Lübeck und Umgebung nur wenige Aerial Yoga-Trainer gibt und das Aufhängen eines Tuchs zu Hause aufgrund der benötigten Raumhöhe und stabilen Deckenkonstruktion oft schwierig ist, biete ich diese individuellen Sessions an. Alternativ ist das Praktizieren im Freien, beispielsweise an einem stabilen Querast eines Baumes, eine schöne Möglichkeit. Sofern du einen solchen Space hast/kennst, können wir gerne auch woanders als in Lübeck eine Session machen.
Wenn du Interesse an einer persönlichen Aerial Yoga-Stunde hast oder einen geeigneten Platz zum Üben gefunden hast, freue ich mich über deinen Kommentar oder deine Nachricht!
Die Ursprünge von Aerial Yoga
Aerial Yoga wurde Anfang der 2000er Jahre von Christopher Harrison in den USA entwickelt, einem ehemaligen Tänzer und Akrobaten. Seine Idee war es, Yoga mit den Prinzipien der Schwerkraft und Schwerelosigkeit zu verbinden, wie sie im Zirkus und in der Akrobatik verwendet werden. Die Praxis sollte es Menschen ermöglichen, auf eine neue, dynamische Art mit ihrem Körper zu arbeiten – im Einklang mit Yoga-Prinzipien, aber mit einem zusätzlichen Spaßfaktor, dem Fliegen.
Ich selbst bin zum Air Yoga gekommen, als ich 2016 in der Kaifu-Lodge in Hamburg meine erste Stunde genommen habe. Von der ersten Minute an hat mich dieser Sport fasziniert und in seinen Bann gezogen. Die Kombination aus Kraft, Flexibilität und dem Gefühl der Schwerelosigkeit ist einfach einzigartig. Leider gibt es in Lübeck und Umgebung bzw. in der Nähe nur wenige Trainer, die Aerial Yoga anbieten, was es manchmal schwierig macht, regelmäßig an Kursen teilzunehmen.
Zudem ist es gar nicht so einfach, das Tuch zu Hause aufzuhängen – man braucht eine gewisse Raumhöhe (bestenfalls 4m) und vor allem eine stabile Deckenkonstruktion. Mein absoluter Lieblingsplatz für Aerial Yoga ist aber draußen, an einem starken Querast am Baum. Deshalb ist mein Tuch als digitale Nomadin auch immer auf Reisen dabei. Habt ihr einen schönen Platz gefunden, an dem ihr Aerial Yoga praktizieren könnt? Kommentiert gerne am Ende dieses Beitrags und lasst uns darüber austauschen!
Die Vorteile von Aerial Yoga
Aerial Yoga bietet eine Vielzahl von Vorteilen für Körper und Geist, die weit über die übliche Yoga-Praxis hinausgehen. Hier sind einige der wichtigsten:
Verbesserte Flexibilität und Dehnung
Durch die Unterstützung des Tuchs können Yogis tiefer in Posen eintauchen, ohne das Risiko einer Überdehnung. Schwerkraft hilft, die Muskeln sanfter und kontrollierter zu dehnen.
Stärkung des gesamten Körpers
Viele Aerial-Yoga-Übungen erfordern Kraft, um den Körper im Tuch zu halten, was besonders die Tiefenmuskulatur stärkt. Der Oberkörper, die Rumpfmuskulatur und die Beine werden intensiv gefordert.
Schonung der Gelenke
Da das Tuch einen Teil des Körpergewichts trägt, ist Aerial Yoga schonender für die Gelenke als viele andere Formen des Trainings. Dies macht es ideal für Menschen mit Gelenkproblemen oder Verletzungen.
Entspannung und Stressabbau
Die sanften, schaukelnden Bewegungen im Tuch wirken beruhigend auf das Nervensystem. Viele Yogis berichten, dass sie nach einer Aerial-Yoga-Session tiefer entspannen können als bei traditionellen Yoga-Stilen. Besonders das Gefühl der Schwerelosigkeit trägt dazu bei, Spannungen im Körper zu lösen.
Förderung der Balance und Koordination
Da das Tuch ständig in Bewegung ist, müssen Yogis ihre Balance ständig neu finden und ihre Koordination verbessern. Dies stärkt nicht nur den Körper, sondern auch die Fähigkeit, sich mental zu fokussieren.
Selbstbewusstsein und Mut
Viele Aerial-Yoga-Posen, wie Umkehrhaltungen oder akrobatische Elemente, erfordern Mut und Vertrauen in den eigenen Körper. Mit jeder gemeisterten Herausforderung wächst das Selbstbewusstsein, auch außerhalb des Yogaraums.
Für wen ist Aerial Yoga geeignet?
Aerial Yoga ist für alle geeignet, unabhängig vom Fitnesslevel oder Yoga-Erfahrung. Yoga-Anfänger bekommen durch das Tuch Unterstützung und Sicherheit, während Fortgeschrittene neue Herausforderungen in schwierigen Positionen finden. Besonders Menschen, die Schwierigkeiten mit Boden-Yoga haben (z. B. wegen Gelenkproblemen), können aber trotzdem Air Yoga machen, da das Tuch die Gelenke entlastet und Bewegungen erleichtert.
Jedoch gibt es einige gesundheitliche Einschränkungen, bei denen Vorsicht geboten ist. Menschen mit starkem Bluthochdruck, Glaukom oder bestimmten Herz-Kreislauf-Problemen sollten vorher ihren Arzt konsultieren. Auch Schwangere sollten Aerial Yoga nur nach Rücksprache mit einem Facharzt praktizieren.
Und ja: Es tut am Anfang an der Hüfte, am unteren Rücken bzw. überall da weh, wo das Tuch einschnürt. Das ist aber ganz normal, da wir an der Stelle verklebte Faszien haben, die hierdurch gelöst werden. Und von Mal zu Mal wird es deutlich besser!
Was man für eine Aerial-Yoga-Stunde mitbringen sollte
Die Ausrüstung für Aerial Yoga unterscheidet sich ein wenig von der bei herkömmlichen Yoga-Stunden. Hier sind einige Tipps:
- Eng anliegende Kleidung: Da man sich im Tuch bewegt und teilweise darin hängt, ist eng anliegende Kleidung empfehlenswert, um ein Verheddern zu vermeiden. Lange Ärmel und Hosen schützen die Haut vor Reibung. Außerdem schnürt bei einem Langarmshirt das Tuch nicht unter der Achsel weh.
- Keine Schmuckstücke: Schmuck kann das Tuch beschädigen und auch eine Verletzungsgefahr darstellen.
- Offene Einstellung: Aerial Yoga ist eine neue Erfahrung für viele – mit der richtigen Einstellung und dem Willen, etwas Neues auszuprobieren, wird die Stunde besonders bereichernd. Trau dich!
Meine Aerial Yoga Lieblingsposen
Angel Flip
Die Pose, bei der man mit sogenannten “Engelsflügeln” eine Rückwärtsrolle ins Tuch macht, nennt sich “Angel Flip”. Die mag ich am liebsten um ins Tuch zu kommen. Dabei greift man das Tuch fünf Finger breit, hält es oben am Nacken hinter sich, wickelt es dann um die angewinkelten Arme wie Engelsflügel, lehnt sich nach vorn und vollführt eine Vorwärtsrolle, um im Tuch zu landen. Diese Bewegung erfordert etwas Mut und Vertrauen, ist aber unglaublich befreiend und gar nicht so kompliziert, wie sie klingt.
Aerial Tuck (Päckchen)
In dieser Pose sitzt man im Tuch und zieht die Knie eng an den Körper, während man sich in eine kleine Kugel einrollt.
The Half Buddha (Halber Buddha)
Man sitzt im Tuch, während ein Bein nach unten hängt und das andere im Schneidersitz im Tuch ruht. Diese Haltung wirkt beruhigend und erdet, während sie gleichzeitig Balance und Stabilität fördert. Man kann auch beide Füße anwinkeln und zu sich ziehen, wie beim Yoga-Schmetterling.
Spinning Star (Drehender Stern)
Man steht in der Mitte unter dem Tuchs, was man sich von hinten unter den Achseln einhakt. Mit gestreckten Armen kann man sich langsam um die eigene Achse drehen, während die Füße wie bei einem Kreisel in der Mitte nur noch mit den Zehenspitzen den Boden berühren.
Candle Pose (Kerze)
Bei dieser Umkehrhaltung streckt man die Beine gerade nach oben, während man kopfüber hängt und das Tuch die Hüften stützt. Diese Pose entlastet die Wirbelsäule und dehnt den Rücken ideal. Am Anfang schießt einem das Blut in den Kopf, weswegen man sich langsam wieder aufrichten sollte, um Schwindel zu vermeiden. Wenn du dich nicht traust, die Füße gerade nach oben zu strecken, lass sie zunächst aufgeklappt ums Tuch gewickelt wie ein Frosch.
Aerial Split (Luftspagat)
Hierbei sind die Beine weit gespreizt, während das Tuch dich an den Hüften trägt. Es dehnt intensiv die Beine und fördert gleichzeitig Balance und Flexibilität. Das Schwebegefühl ist einmalig.
Superman Pose
In dieser Pose liegt man mit dem Bauch im Tuch, während Arme und Beine ausgestreckt sind. Nach einigen Malen hin und her schwingen, stößt man sich vom Boden ab, und fliegt vor und zurück durch die Luft, ähnlich wie Superman. Macht mega Spaß und stärkt dabei Rücken und Bauch.
Mermaid Pose (Meerjungfrau)
Eine wunderschöne Pose, bei der das Tuch seitlich um ein Bein gewickelt ist, man sich mit einem Arm am Tuch festhält und den anderen Arm ausstreckt. Diese Pose dehnt die Hüften und den Oberkörper auf sanfte Weise.
Cross Position
Man legt das Tuch quer über den Rücken und hängt wie ein Kreuz darin, während man kopfüber hängt. Diese Pose entlastet den unteren Rücken und dehnt die Brustmuskulatur.
Inverted Butterfly (Umgekehrter Schmetterling)
Diese Pose ist eine wunderbare Umkehrhaltung, bei der man kopfüber in der Hängematte hängt. Die Beine werden dabei wie die Flügel eines Schmetterlings geöffnet. Sie entlastet die Wirbelsäule und fördert die Durchblutung – eine meiner absoluten Lieblingsposen für tiefe Entspannung!
Star Inversion (Stern-Umkehrhaltung)
In dieser Pose bildet der Körper in der Luft eine Sternform, während man kopfüber hängt. Diese Haltung dehnt den Brustkorb und die Schultern und gibt gleichzeitig ein befreiendes Gefühl von Raum und Leichtigkeit.
Floating Savasana
Nach jeder intensiven Aerial-Yoga-Session ist die „Floating Savasana“ ein Muss. In der Hängematte liegend, sanft schwebend, fühlt sich diese Entspannungsphase wie in einem schützenden Kokon an. Es ist der perfekte Abschluss, um Körper und Geist zur Ruhe zu bringen.
Flying Pigeon (Fliegende Taube)
Diese Pose erfordert etwas mehr Balance, aber sie ist eine fantastische Dehnung für die Hüften. Im Vergleich zur klassischen Taube auf dem Boden ist es viel leichter, tief in die Dehnung zu kommen, da das Tuch den Körper sanft stützt.
Cocoon (Kokon)
Am Ende kann man sich für die absolute Entspannung komplett ins Yogatuch legen. Man schwebt wie in einem Kokon sanft umher. Es fühlt sich an wie Schwerelosigkeit und ist der perfekte Moment, um sich voll und ganz zu entspannen. Vielleicht magst du dir ein Räucherstäbchen dazu an machen oder Meditationsmusik.
Welche Posen mögt ihr am liebsten? Schreibt mir gerne eine Nachricht und abonniert meinen Blog für noch mehr News.









