Hund krank im Urlaub: Und jetzt?

Der Morgen beginnt eigentlich perfekt. Die Luft riecht nach Sommer, irgendwo klappern Geschirr und Kaffeetassen auf der Terrasse der kleinen Ferienwohnung. Dein Hund läuft noch neugierig durchs hohe Gras, die Leine locker, die Nase tief am Boden. Endlich Urlaub. Endlich raus aus dem Alltag.

Und dann kippt die Stimmung plötzlich.

Das Frühstück bleibt im Napf liegen. Statt freudig zur Tür zu laufen, zieht sich der Kleine in eine Ecke zurück. Wenig später folgt Erbrechen auf den Fliesenboden und hektisches Grasfressen am Wegesrand. Vielleicht kommt Durchfall dazu, Zittern oder dieses leise Schmatzen, das sofort zeigt: Irgendetwas stimmt nicht. Aus dem entspannten Urlaubstag wird innerhalb weniger Minuten Sorge.

Der Kopf beginnt zu rattern. War es das Wasser? Zu viel Sonne? Eine Zecke? Etwas am Strand gefressen? Die nächste Tierarztpraxis liegt irgendwo in einer fremden Stadt, vielleicht sogar im Ausland. Während draußen Menschen mit Fahrrädern Richtung Strand fahren und der Urlaub einfach weiterläuft, sitzt plötzlich nur noch dieses ungute Gefühl mit im Raum.

Gerade unterwegs reagieren Hunde oft sensibel. Lange Autofahrten, neue Gerüche, anderes Futter, Hitze, Stress oder ungewohnte Tagesabläufe bringen den Körper schneller aus dem Gleichgewicht, als man denkt. Manche Hunde zeigen das direkt nach der Ankunft, andere erst nach Tagen. Besonders der Magen-Darm-Trakt reagiert häufig auf diese Veränderungen.

Was jetzt konkret zu tun ist: Beherzige diese 6 Schritte

Wenn der Hund unterwegs Symptome zeigt, hilft ein strukturiertes Vorgehen, um schnell wieder Sicherheit in die Situation zu bringen.

  1. Zuerst steht die genaue Beobachtung im Mittelpunkt. Wichtig ist, zu dokumentieren, wann die Symptome begonnen haben und wie sie sich äußern: Erbrechen, Durchfall, Appetitverlust, Unruhe, Zittern, Humpeln oder verändertes Verhalten. Auch kleine Details wie Futter, Wasser, Hitze, lange Autofahrten oder mögliche Zeckenstiche spielen eine Rolle.
  2. Im nächsten Schritt lohnt sich eine kurze Einschätzung des Allgemeinzustands. Wirkt der Hund stabil und ansprechbar oder eher apathisch? Kann er Wasser bei sich behalten? Gibt es Warnzeichen wie Blut im Kot, wiederholtes Erbrechen oder starke Schmerzen, sollte nicht abgewartet werden.
  3. Parallel dazu wird die Umgebung aktiv einbezogen. Die nächstgelegene Tierarztpraxis oder Tierklinik wird gesucht, idealerweise mit Öffnungszeiten und Notdienst. Gerade im Ausland ist es hilfreich, sich die wichtigsten Begriffe vorab oder im Akutfall zu übersetzen: „Erbrechen“, „Durchfall“, „Schmerzen“, „Notfall“, „Tierarzt“ oder „Zecke“ können den Unterschied machen, wenn schnell kommuniziert werden muss.
  4. Zur Vorbereitung gehört auch eine kleine Reiseapotheke für den Hund. Dazu zählen unter anderem Zeckenzange, Elektrolytlösung, eine Decke, eventuell gewohnte Schonkost sowie Medikamente, die bereits vorher mit dem Tierarzt abgesprochen wurden.
  5. Wichtig bleibt auch die Ernährungssituation. Futter sollte im Zweifel reduziert und leicht verdaulich gehalten werden, Wasser steht jederzeit frisch bereit. Keine Experimente mit neuen Leckerlis oder ungewohnten Zutaten in dieser Phase.
  6. Und schließlich spielt Ruhe eine zentrale Rolle. Ein geschützter, kühler Rückzugsort hilft dem Hund, den Stresspegel zu senken. Beobachtung, Versorgung und ein klarer Plan ersetzen in diesem Moment jede Urlaubsroutine – bis sich der Zustand wieder stabilisiert.

Blasen- und Nierenprobleme beim Hund in Spanien

Ich war gerade in Spanien mit dem Wohnmobil unterwegs, doch wie das Leben manchmal spielt, kann es auch auf Reisen oder im Urlaub passieren, dass der Hund krank wird. Mia hat Leishmaniose, eine chronische Blasenentzündung und seit neustem einen Polyp in der Blase. Ob dieser ein bösartiger Tumor ist, ist bislang unklar. Ich spreche zwar Spanisch, aber wenn es um medizinische Fachbegriffe oder Körperorgane geht, gerate ich dann doch an meine Grenzen. Mit ChatGPT lasse ich mir die Arztberichte übersetzen. Hier lest ihr, wie es beim Tierarzt in Spanien so ist.

Erste Anzeichen einer Blasenentzündung und Tierarztbesuch

Alles begann mit blutigem Urin und ständigem Harndrang bei Mia. Da sie eine chronische Blasenentzündung hat, dachte ich mir zunächst nichts dabei und kochte ihr Blasentee. Doch beim Besuch in einer Klinik in Coín bei Málaga wurde via Ultraschall ein 1,5 cm großer Polyp in der Blase festgestellt. Es folgten verschiedene Tests:

  • Blutuntersuchungen, um Leishmaniose und andere Werte zu prüfen. Ihr Leishmaniose-Wert ist mit 3,1 so hoch wie nie.
  • Urinkultur, da auch eine Infektion vorliegt und sie ein Antibiotikum benötigt
  • Ultraschall, der den Polypen sichtbar machte
  • Zytologie, um Krebszellen auszuschließen (Ergebnis steht noch aus)

Die aktuelle Behandlung in Spanien

Die Ärzte hier sind sehr nett. Mias zahlreiche Beschwerden sollen mit folgenden Medikamenten geheilt werden:

Digitale Nomadin - mein Hund ist krank

Eupenclav – Antibiotikum gegen Blasenentzündung

Leishwow (Artemisia annua) & Leisguard – eine pflanzliche Ergänzung zur Leishmaniose-Behandlung für drei Monate

Allopurinol – klassisches Medikament gegen Leishmaniose morgens und abends

Rheumocam (Meloxicam) – ein entzündungshemmendes Schmerzmittel

Konaforte (Vitamin K) – zur Unterstützung der Blutgerinnung, weil sie so viel Blut verliert

Cistovit – ein Blasenschutz-Präparat

Digestolac – Mikroorganismen zur Unterstützung der Verdauung, da sie on top eine Gastritis hat.

Leishmaniose-Behandlung in Spanien

Leishmaniose ist in Südeuropa weit verbreitet, und hier in Spanien wird oft eine Kombination aus klassischen Medikamenten wie Allopurinol und pflanzlichen Ergänzungen wie Artemisia annua (Leishwow) eingesetzt. Artemisia hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird als unterstützende Therapie empfohlen. Ich probiere für drei Monate aus. Wenn sich ihr Zustand verschlechtert, muss sie Miltefosin oder Glucantime bekommen.

Ernährungsumstellung für Mia

Wie rechnet man Trockenfutter in Nassfutter um?

Da Mia Leishmaniose und Gastritis hat, achte ich derzeit besonders auf eine proteinreduzierte und nierenfreundliche Ernährung. Ich habe ihr Futter angepasst und gebe ihr jetzt auch Nassfutter und nicht nur Trockenfutter. Man kann Nassfutter grob geschätzt mit dem Faktor 3,5 multiplizieren gegenüber Trockenfutter, aber es kommt natürlich auf die Inhaltsstoffe an.

  • 250 g Trockenfutter bei Leishmaniose gegen Struvitsteine (statt 330 g vorher)
  • 300 g gekochtes Futter (Huhn, Reis, Karotten, Zucchini)
  • Etwas hochwertiges Öl (Lachsöl oder Olivenöl) für gesunde Fette

Wie finde ich eine gute Tierklinik in Spanien?

Es ist gar nicht so einfach, eine Klinik zu finden, die sich auf Blasenprobleme spezialisiert hat. Ich habe:

  • Google-Bewertungen durchforstet und nach positiven Erfahrungen gesucht
  • Nach Urologie-Spezialisten gesucht (sehr schwer via Google Maps zu finden!)
  • Tierärzte vor Ort gefragt, die mich dann an Spezialisten weitervermittelt haben. Das war am effizientesten.

Wie geht es dem Hund mit der Krankheit?

Glücklicherweise steckt Mia die Krankheit gut weg. Körperlich ist sie nicht eingeschränkt, außer dass die Medikamente sie etwas müde machen. Was mir Sorgen bereitet, ist das ständige Pinkeln und der sichtbare Blutverlust. Es ist schwer mit anzusehen, wie ein kleiner Körper so viel Blut verliert.

Die nächsten Schritte: Blasenspiegelung & Hoffen auf gute Nachrichten

In 10 Tagen werde ich eine Blasenspiegelung (Endoskopie) machen lassen, um den Polypen genauer zu untersuchen. Hoffentlich ist er nicht bösartig! Ich werde dann berichten, wie es weitergeht.

Wie ich mit der Situation im Ausland umgehe

Ich habe mir für 5 Tage eine Wohnung gemietet, um Mia Ruhe zu gönnen. Natürlich ändert sich dadurch auch meine Reiseroute, aber ich versuche, flexibel zu bleiben. Mia braucht ohnehin Bewegung, also plane ich meine Aktivitäten so, dass ich sie mitnehmen kann. Momentan bewege ich mich im Umkreis von Málaga (ca. 2 Stunden Fahrtzeit) und nutze die Gelegenheit für schöne Wanderungen:

  • Caminito del Rey – spektakuläre Schluchtwanderung
  • Tarifa – perfekte Strände für Spaziergänge
  • El Torcal de Antequera – beeindruckende Felsformationen
  • Sierra de las Nieves – tolle Wanderwege in den Bergen

Jetzt heißt es: Daumen drücken für Mia! 💛 Ich halte euch auf dem Laufenden und berichte bald, wie die Blasenspiegelung verlaufen ist.

Sodbrennen beim Hund: Wenn der Magen aus dem Gleichgewicht gerät

Nicht nur wir Menschen kennen das unangenehme Brennen im Hals oder das flaue Gefühl nach dem Essen – auch Hunde können unter Sodbrennen oder einer Übersäuerung des Magens leiden. Gerade sensible Hunde, gestresste Tiere oder Hunde mit chronischen Magen-Darm-Problemen zeigen häufig Symptome, die zunächst gar nicht eindeutig wirken: Schmatzen, häufiges Leerschlucken, Grasfressen, morgendliches Erbrechen von gelbem Schleim oder Unruhe in der Nacht können Hinweise darauf sein, dass die Magensäure Probleme verursacht.

Besonders spannend finde ich, wie eng Verdauung, Stress und allgemeines Wohlbefinden miteinander verbunden sind – sowohl bei uns Menschen als auch bei unseren Hunden. Nach meinem Burnout habe ich selbst gemerkt, wie stark Ernährung, Nervensystem und Magen zusammenspielen. Und auch Hunde reagieren oft sensibel auf Veränderungen, Stress oder unausgewogenes Futter.

Sanfte Kräuter können den gereizten Magen unterstützen und beruhigend wirken. Kamille zählt dabei zu den bekanntesten Helfern, weil sie entzündungshemmend und krampflösend wirkt. Melisse kann zusätzlich beruhigen, wenn Stress oder Nervosität eine Rolle spielen. Auch Süßholzwurzel oder Ulmenrinde werden in der Naturheilkunde häufig genutzt, um die Magenschleimhaut zu schützen. Wichtig ist allerdings, die Ursache abzuklären – denn hinter häufigem Sodbrennen können auch Futtermittelunverträglichkeiten, Gastritis oder andere Erkrankungen stecken.

Viele Hunde profitieren außerdem von kleineren Mahlzeiten über den Tag verteilt, statt einer großen Portion. Sehr fettiges Futter oder viele Leckerlis können den Magen zusätzlich reizen. Manche Hunde vertragen leicht eingeweichtes Futter oder etwas lauwarmen Kräutertee über dem Futter besser, weil dies den Magen beruhigt. Mia bekommt in sensiblen Phasen beispielsweise etwas Kamillen- oder Melissentee über ihr Futter, was ihr sichtbar guttut.

⚠️ Wichtig: Wenn dein Hund häufig erbricht, stark speichelt, Schmerzen hat oder dauerhaft Probleme zeigt, solltest du das unbedingt tierärztlich abklären lassen. Heilkräuter können unterstützen, ersetzen aber keine medizinische Diagnose.


Lies auch diese Artikel: Ob mehr zu Mias Leishmaniose-Krankheit oder einfache bis schwere Hundetricks oder aber Tipps zu Hundemantel und co. an kalten Wintertagen – in der Kategorie Hund findest du sicher etwas, das dich inspiriert.

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Als digitale Nomadin bin ich häufig allein in der Welt unterwegs. Aber eben nicht ganz allein, denn meine treue Begleiterin Mia ist auf allen Reisen dabei. Lest selbst, wie das Abenteuer Hund im Wohnmobil aussieht. Eine Sache ist sicher: Langeweile ist definitiv nicht in meinem Wortschatz enthalten!


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