Um 9 Uhr morgens ist der Stall schon voller Leben. Die ersten Ponys scharren mit den Hufen, es klappert eine Schubkarre über den Hof, Kinder suchen verzweifelt ihre Reithelme und am ServicePunkt riecht es nach Kaffee. Während die meisten meiner Freunde ihren Arbeitstag mit Laptop, Kalender und E-Mails beginnen, stehe ich zwischen Pferdeäpfeln, Heu und einer Gruppe aufgeregter Kinder, die mich fragen, welches Pony sie heute reiten dürfen.
Genau diese Abwechslung ist für mich der Kern meiner Freiheit als Digitale Nomadin.
Viele verbinden ortsunabhängiges Arbeiten mit maximaler Flexibilität, Reisen und einem Arbeitsplatz irgendwo zwischen Meer und Laptop. Für mich gehört noch etwas anderes dazu: die Freiheit, mein Jahr so zu gestalten, dass verschiedene Seiten meiner Persönlichkeit Platz bekommen.

Ohne Frage, ich liebe meine digitale Arbeit und bin auch richtig gut darin: SEO-Optimierungen, Traffic-Analysen, Content-Strategien und Webseitenentwicklung. Gleichzeitig merke ich immer wieder, dass ich Energie aus Begegnungen mit Mensch & Tier, Bewegung und praktischer Arbeit mit meinen Händen schöpfe. Deshalb baue ich mir bewusst Phasen im Jahr ein, in denen ich etwas völlig anderes mache.
Zeitlich begrenzte saisonale Jobs
Letztes Jahr habe ich meine saisonalen „Ferienjobs“ auf Festivals und in Cafés verbracht. 4 Tage war ich auf dem New Healing Yoga Festival und habe am ServicePunkt unterstützt oder Gastro gemacht. Gleiches auf zwei weiteren Festivals in Norddeutschland. Und dann folgten noch 6 Wochen Drinks und Burger verkaufen in einer Beach Bar.
Dieses Jahr führt mich mein Ferienjob auf einen Reiterhof. Sechs Wochen lang betreue ich Kinder in den Reiterferien, helfe den Eltern beim Pony- oder Eselführen, unterstütze Anfänger bei den ersten Reiterfahrungen an der Longe und begleite Einsteiger-Ausritte für unterschiedliche Erfahrungslevel. Manche Kinder sitzen zum ersten Mal auf einem Pferd, andere bringen schon Erfahrung mit und möchten ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, wieder andere werden von ihren Eltern abgegeben, die mal einen Tag für sich brauchen.
Tätigkeiten, die auf den ersten Blick weit entfernt von meinem eigentlichen Beruf liegen. Trotzdem entdecke ich in diesen anderen Arbeitswelten viele Parallelen: Kommunikation, Organisation, Teamarbeit und der Umgang mit Menschen begleiten mich überall.
Minijobs kannst du immer on top machen
Steuerlich und organisatorisch lässt sich diese Kombination häufig unkompliziert gestalten, wenn die jeweiligen Rahmenbedingungen passen. Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung mit einer gesetzlich festgelegten Verdienstgrenze. Im Jahr 2026 liegt diese bei 603 Euro monatlich und ist an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Einen Minijob kann man grundsätzlich zusätzlich zu einer Selbstständigkeit oder auch neben einer regulären Festanstellung ausüben. Gerade für Leute, die etwas Neues ausprobieren möchten, kann ich das nur empfehlen: Man kann zeitweise in einem anderen Bereich arbeiten, neue Erfahrungen sammeln und trotzdem den eigenen Hauptberuf weiterführen.
Jetzt digitaler Nomade werden
Mit der richtigen Planung, Kreativität und technischen Ausstattung ist es jedem möglich, seinen eigenen Traum vom Vanlife zu verwirklichen. Also, worauf wartest du noch? Pack deine Sachen und begib dich auf dein eigenes Abenteuer!
Wer bereits angestellt ist und einen Minijob nebenbei machen möchte, sollte vorher prüfen, ob der Arbeitsvertrag eine Nebentätigkeit regelt oder eine Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich ist. Es müssen die gesetzlichen Arbeitszeitregelungen eingehalten werden. Die Arbeitszeiten aus Hauptjob und Nebenjob werden dabei zusammen betrachtet. Eine zusätzliche Tätigkeit darf also nicht dazu führen, dass die zulässigen Höchstarbeitszeiten überschritten werden oder notwendige Ruhezeiten entfallen. Bei einem Minijob sind das ungefähr zehn Stunden pro Woche bei Mindestlohn, wobei die tatsächliche Stundenzahl vom jeweiligen Stundenlohn abhängt.
Für mich steht aber ohnehin der finanzielle Aspekt nicht im Mittelpunkt. Der eigentliche Gewinn liegt darin, meinen Kopf aus der digitalen Welt herauszuholen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Gruppendynamiken und Rollenverhalten
Ferien auf dem Ponyhof sind schon etwas besonderes. Es entstehen Freundschaften innerhalb weniger Stunden. Kinder, die am ersten Tag noch schüchtern am Rand stehen, sitzen am dritten Tag gemeinsam mit anderen beim Abendessen und erzählen Geschichten über ihr Lieblingspony. Gleichzeitig entstehen Gruppendynamiken, die mich teilweise an meine eigene Schulzeit erinnern.
Es gibt die Kinder, die sofort Verantwortung übernehmen und anderen helfen. Es gibt die, die erst einmal ausprobieren müssen, wie weit sie gehen können. Manche erzählen voller Selbstbewusstsein, dass sie schon perfekt reiten können, und merken dann auf dem Pferd, dass sie noch viel lernen dürfen. Andere unterschätzen sich selbst und wachsen innerhalb weniger Tage über ihre eigenen Erwartungen hinaus. Besonders spannend finde ich die Momente, in denen sich Rollen verändern.
Das Kind mit der größten Klappe ist drei Tage später dasjenige, das am meisten mit Heimweh kämpft. Der stille Teilnehmer galoppiert am nächsten Tag freihändig. Das Mädchen, das am ersten Tag Angst hatte, Hufe auszukratzen, führt jetzt selbstbewussten die stursten Ponys über den Hof.
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst den nächsten Schritt zu machen.
Pferde spiegeln uns und zeigen uns unsere Schwächen auf
Ponys sind für Kinder viel mehr als ein Freizeitangebot. Sie sind Lehrer ohne Worte. Wer ein Pferd führen möchte, braucht Aufmerksamkeit und Verantwortung. Ein Pferd reagiert auf Körpersprache, Ruhe und Klarheit. Eine hektische Mami bekommt häufig ein hektisches Pferd zurück. Ein gelangweilter Papi zieht am Strick, weil das Pferd stur stehen bleibt. Wer Vertrauen aufbauen möchte, muss lernen zuzuhören und die eigenen Signale bewusst einzusetzen. Die Eltern begleiten ihre Kinder, auch wenn sie selbst wenig Erfahrung mit Pferden haben. Manche kommen mit Respekt, manche mit alten Erinnerungen und manche mit Skepsis. Viele Kinder kommen mit dem Wunsch, möglichst schnell galoppieren zu können. Nach einigen Tagen verstehen sie, dass die Verbindung zum Pferd viel wichtiger ist als die Geschwindigkeit.
Kinderreiterferien sind m.E. eine wertvolle Erfahrung. Die Kleinen lernen schon früh Verantwortung, Selbstvertrauen und Geduld.
Eine Mutter erzählt mir, dass sie als Kind einmal von einem Pferd gebissen wurde und seitdem Abstand hält. Einige Minuten später steht sie neben einem kleinen Shetty und merkt, dass dieses Erlebnis aus der Vergangenheit heute nicht mehr die gleiche Macht über sie haben muss.
Ein Vater wird von seinem Kind mehr oder weniger zum Mitmachen überredet. Anfangs steht er etwas unsicher neben dem Pferd und erklärt, dass er das Ganze etwas albern findet. Nach dem Ausritt feiert er das Erlebnis mehr als sein Kind.
Am spannendsten sind die Situationen aber mit den Erwachsenen, die klare Erwartungen an das Pony haben und dann nichts funktioniert:
„Das Pony läuft nicht.“ „Es frisst nur.“ „Ich möchte ein anderes Pferd. Am liebsten das kleinste.“
Solche Sätze höre ich tagtäglich. Schnappe ich mir das Pony, läuft es jedoch völlig entspannt mit. Genau hier zeigt sich, wie fein Pferde auf Körpersprache reagieren. Ein Pferd bewertet nicht unseren Beruf, unseren Status oder unsere Erfahrung. Es reagiert auf das, was wir ausstrahlen.
Diese Erkenntnis ist auch die Grundlage meiner Arbeit im Bereich Mental Coaching mit Pferden. Pferde geben uns ein unmittelbares Feedback über unsere eigene Präsenz. Sie zeigen, ob wir klar kommunizieren, ob wir ruhig bleiben können und ob unsere Körpersprache zu unseren Worten passt.
Zwischen digitaler Freiheit und echter Verbindung: Warum ich diese Wechsel brauche
Im digitalen Arbeitsalltag bin ich diejenige, die analysiert, plant und Lösungen entwickelt. Ich entwickle Content-Strategien und optimiere Webseiten datenbasiert. Diese Arbeit liegt mir, weil sie meine Stärken nutzt: strukturiertes Denken, Sprache, Kreativität und strategische Planung. Auf dem Reiterhof funktionieren die Regeln anders. Hier gibt es keine perfekte Strategie, die garantiert, dass ein Pony genau das macht, was man möchte. Es gibt keine Excel-Tabelle, die vorhersagt, wie sich eine Kindergruppe entwickelt. Jeder Tag bringt neue Situationen und fordert Flexibilität. Genau diese Mischung empfinde ich als unglaublich wertvoll.
Ich glaube, dass viele Menschen heute unterschätzen, wie wichtig unterschiedliche Lebensbereiche für unsere Entwicklung sind. Wir versuchen häufig, uns immer weiter zu spezialisieren und in unserem Bereich besser zu werden. Tatsächlich ist es aber so, dass neue Perspektiven oft dann entstehen, wenn wir etwas völlig anderes tun.
Der Reiterhof als Spiegel für Teamarbeit, Kommunikation und Persönlichkeit
Auch auf dem Reiterhof gibt es verschiedene Aufgaben, unterschiedliche Persönlichkeiten und viele Situationen, in denen Zusammenarbeit entscheidend ist. Kindergruppen erinnern mich dabei an mein Team in der Agentur. Manche Menschen übernehmen sofort Verantwortung, andere brauchen klare Strukturen. Einige sprechen offen an, wenn sie Hilfe benötigen, während andere erst einmal beobachten und abwarten. Wenn ein Kind traurig ist, weil etwas nicht funktioniert, braucht es eine andere Unterstützung als ein Kind, das übermotiviert ist und Regeln austestet. Wenn mehrere Probleme gleichzeitig auftreten, muss jemand priorisieren und Ruhe bewahren. Diese Fähigkeit habe ich als Team Lead gebraucht und sie begleitet mich hier genauso.
Mein Leadership-Training findet diesen Sommer auf dem Reiterhof statt
Während meiner früheren Arbeit als Team Lead habe ich viel über Führung gelernt. Ich habe Projekte koordiniert, Mitarbeiter begleitet und Verantwortung für Ergebnisse übernommen. Auf dem Reiterhof merke ich gerade, wie viele Parallelen es gibt. Zu Stoßzeiten passieren zehn Dinge gleichzeitig: Ein Kind weint, weil es Angst hat. Ein Fohlen ist ausgebüxt. Ein Pony hat sein Futter verschüttet. Eine Frau möchte ihren Kaffee bezahlen. Gleichzeitig wartet die nächste Gruppe auf ihre Einweisung. In solchen Momenten zeigt sich schnell, wer den Überblick behält.
Manche Menschen brauchen eine klare Aufgabe, bevor sie handeln können. Andere erkennen automatisch, wo Unterstützung gebraucht wird. Sie priorisieren, bleiben ruhig und schaffen Struktur. Diese Fähigkeit begleitet gute Führungskräfte genauso wie Menschen, die eine Kindergruppe oder ein Ferienprogramm betreuen.
Führung bedeutet für mich heute weniger Kontrolle. Es geht darum, Orientierung zu geben, wenn eine Situation unübersichtlich wird.
Und genau diese Fähigkeit lässt sich überall trainieren – auch zwischen zickigen Ponys, lauten Kindern, besorgten Eltern und gestressten Kolleg:innen braucht es klare Kommunikation.
Warum digitale Nomaden auch Offline-Phasen brauchen
Als Digitale Nomadin verbringe ich einen ziemlich großen Teil meines Lebens online. Mein Laptop ist mein Büro, mein Werkzeug und gleichzeitig meine Verbindung zu Kund:innen, Projekten und Menschen auf der ganzen Welt. Ich arbeite ortsunabhängig, kann meinen Arbeitsplatz wechseln und meinen Alltag flexibel gestalten. Genau diese Freiheit hat aber auch eine andere Seite: Wenn der komplette Beruf digital funktioniert, verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit schnell. Eine neue E-Mail kommt rein. Eine Idee für einen Blogartikel entsteht beim Spaziergang. Für den Kunden bin ich immer erreichbar.
Deshalb sind bewusste Offline-Phasen für mich inzwischen ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeitsweise. Sechs Wochen auf einem Reiterhof bedeuten einen komplett anderen Rhythmus. Der Tag beginnt nicht mit einem Blick auf den Bildschirm, sondern in der Natur. Ich bewege mich viel, verbringe Zeit draußen und habe direkte Begegnungen mit Menschen und Tieren. Nach einem Tag im Stall ist der Kopf angenehm müde. Es ist diese Art von Erschöpfung, die entsteht, wenn man etwas gemacht hat, das den ganzen Körper einbezieht.
Gerade Menschen, die remote arbeiten, kennen wahrscheinlich das Gefühl, dass der Kopf auch nach Feierabend weiterarbeitet. Gedanken kreisen um Projekte, To-do-Listen und nächste Schritte. Körperliche Arbeit und ein anderer Tagesablauf können dabei helfen, wieder mehr im Moment anzukommen.
Das ist aktive Erholung. Mach Tätigkeiten, die dich geistig und körperlich aus dem gewohnten Muster herausbringen. Ein Spaziergang, Sport, Handwerk oder die Arbeit mit Tieren können genau diesen Effekt haben.
Digital-Detox: Wenn der Tag wieder länger wird
Nach einem langen Stalltag passiert etwas, das ich aus meinem normalen Arbeitsalltag kaum noch kenne: Ich denke weniger über den nächsten Bildschirm-Schritt nach. Mein Kopf ist beschäftigt mit echten Erlebnissen. Mit einem Kind, das heute über sich hinausgewachsen ist. Mit einem Pony, das plötzlich Vertrauen gefasst hat. Mit einer Situation, die chaotisch begann und am Ende gut gelöst wurde. Diese Art von Erholung fühlt sich anders an als ein freier Nachmittag auf dem Sofa, bei dem ich zwischen Laptop-, TV- und Handybildschirm switche.
Es ist das Gefühl, das ich aus meiner Kindheit kenne. Die Tage sind lang, die Sonne geht erst um 22 Uhr unter und plötzlich fühlt sich ein Abend auf dem Hof fast wieder wie endlose Sommerferien an. Man bleibt draußen, bis es dunkel wird. Man verliert das Zeitgefühl. Man sammelt Erlebnisse statt Bildschirmstunden. Genau dieses Gefühl möchte ich mir erhalten.
Denn für mich bedeutet ein freies Leben nicht nur, arbeiten zu können, wo ich möchte. Es bedeutet auch, bewusst auszuwählen, womit ich meine Zeit verbringe.
Saisonale Jobs und Workation als neues Arbeitsmodell
Die klassische Vorstellung von Karriere verändert sich gerade stark. Immer mehr Menschen suchen nach Arbeitsmodellen, die mehr Flexibilität und persönliche Entwicklung ermöglichen. Gerade für digitale Nomaden eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten. Statt das ganze Jahr nach einem gleichbleibenden Rhythmus zu leben, kann man verschiedene Arbeitsphasen miteinander verbinden:
- Eine Phase voller Kundenprojekte.
- Eine Phase zum Reisen.
- Eine kreative Auszeit.
- Ein saisonaler Job.
- Eine Weiterbildung.
Für mich fühlt sich dieses Modell sehr natürlich an, weil es verschiedene Seiten meiner Persönlichkeit miteinander verbindet. Ich bin gerne strategisch tätig, arbeite gerne mit Sprache und digitalen Konzepten. Gleichzeitig brauche ich Bewegung, Natur und echte Begegnungen.
- Man arbeitet nicht nur an einem anderen Ort.
- Man erlebt einen anderen Alltag.
- Man lernt neue Menschen kennen.
- Man entwickelt neue Fähigkeiten.
Ein Ferienjob kann dabei wie ein persönliches Forschungsprojekt sein. Man beobachtet Menschen, lernt neue Abläufe kennen und entdeckt Fähigkeiten, die im normalen Berufsalltag vielleicht weniger sichtbar sind.
Was sechs Wochen Reiterferien über Menschen verraten
Nach den ersten Wochen auf dem Reiterhof fällt mir auf, wie sich bestimmte Situationen wiederholen. Kinder kommen mit ganz unterschiedlichen Erwartungen an. Manche träumen schon seit Jahren davon, endlich Reiterferien machen zu dürfen. Andere werden von ihren Eltern angemeldet und wissen noch gar nicht genau, was sie erwartet. Dann passiert etwas Spannendes: Das Pferd wird zum Spiegel.
Ein Kind, das sehr schnell frustriert ist, muss lernen, geduldig zu bleiben. Ein Kind, das sich wenig zutraut, erlebt plötzlich einen Moment voller Stolz. Ein Kind, das gerne den Ton angibt, merkt, dass ein Pony sich nicht mit Lautstärke oder Gewalt überzeugen lässt. Die Erwachsenen sind noch extremer. Manche sind offen für neue Erfahrungen. Andere wollen alles kontrollieren und sind überrascht und schnell frustriert, wenn das Pferd nicht so reagiert, wie sie es geplant haben. Ein Pferd fordert Kommunikation auf Augenhöhe. Es zeigt uns, wie wir mit Unsicherheit umgehen.
Persönlichkeitsentwicklung im Pferdestall
Pferde sind Meister darin, kleine Unterschiede wahrzunehmen. Sie reagieren auf Körpersprache, Spannung und Stimmung. Der Vater sagt: „Ich bin ganz ruhig.“ Sein Körper erzählt aber eine andere Geschichte.
- Die Schultern sind angespannt.
- Die Bewegungen hektisch.
- Die Stimme unsicher.
- Ein Pferd nimmt diese Signale wahr.
Deshalb ist die Arbeit mit Pferden so ehrlich. Im Pferde-Achtsamkeits-Coaching bekommst du eine unmittelbare Rückmeldung und kannst ausprobieren, wie sich deine Haltung verändert.
- Strahl Ruhe aus.
- Sei Klarheit.
- Hab Vertrauen.
Und es wird mit den Pferde sofort klappen. Sie sind nicht nachtragend für das was war. Sie geben dir immer wieder die Möglichkeit, eine neue Erfahrung zu machen.
Arbeit mit Menschen und Tieren vs. Homeoffice
Homeoffice ermöglicht mir, mein Leben flexibel zu gestalten, zu reisen und meinen Beruf mit meinen persönlichen Zielen zu verbinden. Gleichzeitig merke ich, wie wichtig echte Begegnungen sind. Kommunikation findet heute so oft über Emails, Videocalls und digitale Plattformen oder Social Media statt. Das ist praktisch und effizient, ersetzt aber nicht jede Form von persönlichem Austausch.
Die Arbeit mit Kindern, Eltern und Tieren bringt eine andere Qualität von Verbindung zurück. Man bekommt sofort eine Reaktion.
- Das Kind freut sich, wenn es das erste Mal galoppiert ist.
- Das Pony zeigt, ob Vertrauen entstanden ist.
- Der Vater bedankt sich für die Geduld.
Gerade für digital nomads, die nur remote arbeiten, sind solche Erfahrungen ein wichtiger Ausgleich. Egal, ob Ehrenamt, Sportverein, Arbeit mit Tieren, Gastro oder saisonale Ferien-Jobs wie Eis verkaufen oder Ski Lehrer. Es gibt viele Wege, wieder mehr echte Begegnungen in den Alltag zu bringen.
Chaos, Heimweh & Frust: das sind die echten Reiterferienmomente
- Die größten Entwicklungsschritte passieren bei den Kindern, die am Anfang am meisten Angst hatten.
- Pony putzen bringt Kinder schneller zusammen als viele Kennenlernspiele.
- Mut entsteht häufig in kleinen Momenten: ein Pony selbstständig führen, eine Runde alleine reiten, zum ersten Mal galoppieren.
- Kinder, die besonders selbstbewusst auftreten, fallen als erstes vom Pferd.
- Kinder mit der größten Klappe wollen wegen Heimweh früher abgeholt werden.
- Eltern erleben ihre Kinder aus einer völlig neuen Perspektive.
- Viele Erwachsene unterschätzen, wie viel Kommunikation mit einem Pferd zu tun hat.
- Ein kleiner Erfolg auf dem Pferderücken bleibt dem Kind für immer im Gedächtnis.
- Kindergruppen entwickeln schnell ihre eigenen Dynamiken, genau wie Teams im Berufsleben.
- Geduld ist eine der wichtigsten Fähigkeiten beim Reiten und im Alltag.
- Kinder, die im Alltag eher vorsichtig sind, entwickeln im Umgang mit Pferden eine neue Sicherheit. Sie müssen Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und merken, dass sie Aufgaben alleine bewältigen können.
- Ein Pony zeigt sehr klar, wenn Kommunikation nicht funktioniert. Kinder lernen, freundlich und gleichzeitig bestimmt zu sein und Grenzen zu setzen.
- Vertrauen entsteht durch viele kleine positive Erfahrungen.
- Kinder können sich bei den kleinen Ponys besser durchsetzen als starke Erwachsene.
- Ein kleines Pony kann bei Erwachsenen mehr auslösen als ein großes Abenteuer. Es geht weniger um die Größe des Tieres, sondern um die eigene Wahrnehmung.
- Viele Erwachsene kommen mit denselben Themen wie Kinder: Unsicherheit, Respekt, Erwartungen und manchmal auch Angst.
Wann wirst du endlich erwachsen, Delia?
Ja, ich werde dafür belächelt. Mit ü-30 noch einen „Ferienjob“ machen? Wie alt bist du? Wann wirst du eigentlich erwachsen? Für meine Freunde klingt das nach einer Phase, die man längst hinter sich gelassen haben sollte. Dabei frage ich mich eher: Was bedeutet erwachsen sein eigentlich? Für viele scheint es gleichbedeutend mit einem geradlinigen Lebenslauf zu sein. Ausbildung, Karriere, ein fester Arbeitsplatz, möglichst immer mehr Verantwortung und ein Alltag, der von außen betrachtet erfolgreich aussieht. Doch da kann ich dir nur diesen Artikel empfehlen:
Für mich bedeutet Erwachsensein etwas anderes. Es bedeutet, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und bewusst Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört auch, zu wissen, was einem Energie gibt und welche Erfahrungen man sammeln möchte. Dazu passend lies gern auch dieses Buch: Rich Dad, pood Dad.
Ich habe viele Jahre in klassischen Arbeitsstrukturen gearbeitet, Teams geführt, große Projekte verantwortet, agil in Sprints gedacht und mich beruflich weiterentwickelt. Bis zum Burnout. Heute entscheide ich mich bewusst dafür, auch mal wieder Anfängerin zu sein, neue Dinge auszuprobieren, Fragen zu stellen, neue Kompetenzen an mir zu entdecken und mit Menschen in ganz anderen Lebensbereichen zusammenzuarbeiten.
Vielleicht ist genau das Erwachsensein: nicht mehr danach zu leben, was man vermeintlich tun sollte, sondern herauszufinden, was wirklich zu einem passt.
Und manchmal bedeutet das eben, den ganzen Tag im Stall zu stehen, Ponys zu putzen, nach Pferdeäpfeln zu riechen und abends müde und erschöpft nach Hause zu gehen.










