Der Winter steht vor der Tür, und als Wohnmobil-Besitzer MUSS man sein Fahrzeug vor der kalten Jahreszeit schützen. Diese Erfahrung habe ich am eigenen Leib gemacht, da im letzten Winter beispielsweise sämtliche Wasserhähne kaputt gingen, verschuldet durch nur einzelne Wassertropfen in der Leitung. Da man für das Wohnmobil oftmals gleich die kompletten Armaturen austauschen muss, wird das eine teure Angelegenheit (ein Wasserhahn kostet 80€ aufwärts).

Ob du nun deinen Campervan über den Winter einlagerst oder weiterhin in der kalten Jahreszeit nutzt, es ist immer wichtig, ihn winterfest zu machen, um Schäden durch Kälte, Feuchtigkeit oder Frost zu vermeiden. In diesem Blogartikel zeige ich dir, wie du dein Wohnmobil optimal für den Winter vorbereitest.
Das Wohnmobil von außen winterfest machen
Lack, Dichtungen und Karosserie pflegen
Der erste Schritt, um dein Wohnmobil winterfest zu machen, beginnt mit der Außenreinigung und Pflege. Eine gründliche Reinigung des Fahrzeugs entfernt Schmutz, Salz und andere Verunreinigungen, die dem Lack schaden könnten.
- Wachs auftragen: Eine Wachsschicht schützt den Lack vor Feuchtigkeit und Frost. Besonders wichtig ist dies bei längerer Standzeit im Freien.
- Dichtungen pflegen: Gummidichtungen an Türen und Fenstern sollten mit einem speziellen Gummipflegemittel behandelt werden, um spröde Stellen zu vermeiden. Dies hilft, undichte Stellen und Frostschäden zu verhindern.
- Karosserie auf Schäden prüfen: Kleine Kratzer oder Schäden können im Winter durch Feuchtigkeit und Frost zu Roststellen werden. Repariere sie rechtzeitig, um größere Probleme zu vermeiden. Du kannst kleine Roststellen mit wenig Aufwand selbst reparieren: Mit feinem Schleifpapier den Rost abschleifen, Rostentferner aufsprühen, dann mit Autolack die Stelle überpinseln. Der Originallack ist beim Autohändler in kleinen “Nagellackfläschchen” zu erwerben, denn beispielsweise weiß ist nicht gleich weiß. Diese kleine Menge reicht völlig.
- Schneeketten: Stelle sicher, dass die Schneeketten zu den Reifen deines Wohnmobils passen und übe das Anlegen am besten schon vor der Reise, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein. Schneeketten sorgen für zusätzlichen Grip und Stabilität auf eisigen oder verschneiten Straßen.
- Winterreifen: Neben Schneeketten sind Winterreifen ein absolutes Muss, wenn du in kalten Regionen unterwegs bist. Sie bieten besseren Halt auf rutschigen Straßen und sind für Fahrten bei niedrigen Temperaturen optimiert. Wenn du in nicht so schneereichen Regionen überwinterst, sind Ganzjahresreifen eine gute Alternative.
- Frostschutzmittel: Achte darauf, dass du ausreichend Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage und im Kühlwasser des Motors hast, um Einfrieren zu verhindern.
- Schneeschaufel und Besen: Eine kleine Schneeschaufel und ein Besen sollten zur Standardausrüstung gehören, um dein Fahrzeug von Schnee und Eis zu befreien.
- Enteisungsspray und Türschlossenteiser: Diese kleinen Helfer können dir das Leben erleichtern, wenn Türen oder Schlösser durch Frost blockiert sind. Bewahre den Türschlossenteiser aber außerhalb des Wohnmobils auf, zum Beispiel in der Jackentasche, damit du im Ernstfall Zugang hast.
Reifen prüfen und Luftdruck anpassen
Die Reifen deines Wohnmobils sollten im Winter einen guten Zustand haben. Prüfe das Profil und den Luftdruck, da kalte Temperaturen den Reifendruck senken können. Steht dein Wohnmobil über längere Zeit, empfiehlt es sich, den Reifendruck zu erhöhen oder das Fahrzeug auf Unterlegkeile zu stellen, um das Gewicht von den Reifen zu nehmen und Standplatten zu vermeiden.
Die Wasseranlage entleeren
Wasser und Frost vertragen sich nicht gut. Wenn du dein Wohnmobil im Winter nicht nutzt, ist es besonders wichtig, die gesamte Wasseranlage zu entleeren, um Frostschäden an Rohren und Tanks zu vermeiden. Wie bereits erwähnt, können selbst kleine Mengen Restwasser bei Minustemperaturen zu erheblichen Schäden führen. Deshalb solltest du mit einem Kompressor Luft durch die Leitungen pusten.
- Frischwasser- und Abwassertanks entleeren: Leere alle Wassertanks vollständig und öffne die Ablassventile.
- Wasserleitungen leeren: Lasse die Wasserhähne geöffnet, um sicherzustellen, dass das Wasser vollständig aus den Leitungen abfließt.
- Wasserpumpe entleeren: Schalte die Wasserpumpe ein, nachdem die Leitungen leer sind, um auch hier Restwasser auszupumpen.
- Frostschutzmittel: In sehr kalten Regionen kann es sinnvoll sein, ein spezielles Frostschutzmittel in die Abwasserleitungen zu geben. Achte darauf, dass das Mittel für Trinkwasseranlagen geeignet ist.
Strom und Elektrik sichern
Auch die Stromversorgung deines Wohnmobils braucht im Winter etwas Aufmerksamkeit.
- Batterien pflegen: Lade die Batterie vor der Einlagerung vollständig auf. Falls möglich, solltest du die Batterie ausbauen und an einem warmen Ort lagern. Kälte reduziert die Kapazität von Batterien, und eine tiefenentladene Batterie kann für immer beschädigt werden. Auch das ist mir vergangenen Winter passiert und je größer die Batterie, desto teurer.
- Stromverbrauch minimieren: Trenne das Wohnmobil von der Stromversorgung und schalte alle elektrischen Geräte aus. Falls das Wohnmobil in der kalten Jahreszeit genutzt wird, solltest du sicherstellen, dass Heizung und Lüftung gut funktionieren.
Das Wohnmobil von innen winterfest machen
Schimmel vermeiden
Kälte und Feuchtigkeit können schnell zu Schimmel im Innenraum führen. Daher ist es wichtig, das Wohnmobil gut zu lüften, bevor es eingemottet wird.
- Lüften und entfeuchten: Stelle sicher, dass der Innenraum gut durchlüftet und trocken ist. Ein Luftentfeuchter oder spezielle Feuchtigkeitsabsorber können helfen, die Luftfeuchtigkeit im Innenraum zu regulieren.
- Polster und Matratzen: Lagere Polster und Matratzen an einem trockenen Ort oder stelle sie im Wohnmobil hochkant auf, um eine bessere Belüftung zu ermöglichen.
- Fenster und Türen schließen: Achte darauf, dass alle Fenster und Türen fest verschlossen sind, um Kälte und Feuchtigkeit draußen zu halten. Auch Rollläden und Verdunkelungen sollten als zusätzliche Schutzschicht zugezogen werden.
Lebensmittel und Hygieneartikel raus räumen
Vor der Winterpause solltest du das Wohnmobil vollständig von Lebensmitteln und Hygieneartikeln befreien. Offene Lebensmittel locken Schädlinge wie Motten an, und frostempfindliche Artikel wie Seifen, Deos oder Dosen könnten bei Minustemperaturen platzen.
Das Wohnmobil richtig einlagern
Wenn du dein Wohnmobil im Winter nicht benutzt, ist die Wahl des richtigen Stellplatzes entscheidend.
- Überdachter Stellplatz oder Garage: Ideal ist ein trockener und überdachter Stellplatz, um das Wohnmobil vor Schnee und Regen zu schützen.
- Freilagerung: Wenn du das Wohnmobil im Freien parkst, solltest du es mit einer atmungsaktiven Abdeckplane schützen. Achte darauf, dass keine Feuchtigkeit unter die Plane gelangt, um Schimmel und Korrosion zu vermeiden.
- Diebstahlsicherung: Überlege, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie eine Radkralle oder einen GPS-Tracker zu installieren, falls das Wohnmobil längere Zeit unbeaufsichtigt steht.
Wintercamping: Tipps für die kalte Jahreszeit
Für diejenigen, die auch im Winter mit dem Wohnmobil unterwegs sind, gibt es spezielle Maßnahmen:
- Standheizung prüfen: Stelle sicher, dass deine Heizung (Gas oder Diesel) einwandfrei funktioniert und du ausreichend Brennstoff an Bord hast. Eine Nacht mit einer Dieselstandheizung kostet ca. 2-3 Euro Sprit.
- Isolierung verbessern: Zusätzliche Thermomatten für Fenster und Dachluken helfen, die Wärme im Innenraum zu halten und Kältebrücken zu vermeiden.
- Wassertanks beheizen: Einige Wohnmobile verfügen über beheizte Wassertanks. Falls nicht, solltest du den Frischwassertank leer lassen und nur eine kleine Menge Wasser in einem mobilen Behälter mitnehmen.
Seid ihr Team einlagern oder Team Wintercamping? Ich als digitale Nomadin bin auf jeden Fall Team “los geht’s” :-).









